Der 7. Jänner heißt in Japan 七草の日“nanakusa no hi“ Der Tag (日hi) der 7 (七nana) Kräuter (草kusa)

An diesem Tag wird ein Reisbrei (お粥 okayu) gegessen, in dem 7 verschiedene Kräuter enthalten sind und dadurch Gesundheit für das neue Jahr bringen soll. Ursprünglich kommt dieser Brauch aus dem alten China und war zur Edo-Zeit sogar ein echter Feiertag. Dieser Tag gehört zu den traditionellen Feiertagen im Jahreskreis (sekku 節句).

Welche Kräuter sind nun genau drin und was bewirken sie? Es sind das Grün von:

  • Brunnenkresse seri,  せり: Hat viel Vitamin C und Mineralien. Wirkt appetitfördernd und gegen Blutanämie
  • Hirtentäschelkraut nazuna,  なずな : harnfördernd und entgiftend – gut für Niere und Leber. Gegen hohen Blutdruck
  • Baumwohlkraut/Ruhrkraut gogyo, ごぎょう: protein- und mineralienhältig. Husten- und schleimlösend, hilft bei Halsschmerzen
  • Vogelmiere hakobera,  はこべら: blutstillend, harnfördernd. Gut bei Zahnfleischproblemen.
  • Taubnessel hotokenoza, ほとけのざ: Das runde Blatt sieht der Lotosblüte ähnlich (hotoke = Buddha; die Lotosblüte ist ein buddhistisches Symbol, die sehr oft bei Buddha-Statuen zu sehen sind). Gegen hohen Blutdruck
  • Kohlrübe suzuna すずな: das Blatt der Kohlrübe hat viel Kalzium und Kalium
  • Daikon, weißer Rettich suzushiro, すずしろ: eigentlich heißt der weiße Rettich 大根 daikon, hier geht es nur um die Blätter davon. Er enthält Vitamin C, Eisen und Ballaststoffe. Gut auch für die Verdauung und nach zu viel Alkohlkonsum (auf japanisch: 二日酔い futsuka yoi – zwei Tage betrunken: der Tag nach dem Betrunkensein = also wenn man einen Kater hat)

Also in Zukunft beim Kochen das Blattwerk/Grün vom Gemüse nicht einfach wegwerfen – es enthält wichtige Nährstoffe 🙂

Wie machst du nun den japanischen Reisbrei? Eigentlich ganz einfach: 1 Teil Reis, 8 Teile Wasser, 1/3 Cup/Tasse ungekochter Reis reicht für 2 Personen. Am besten natürlich japanischen Reis (dazu im nächsten Blogbeitrag mehr).

In Japan werden ganze 7kusagayu Sets verkauft, dort ist die ganze Rübe/der ganze Rettich dabei. Als Ersatz-Kräuter verwende ich gerne den oberen Teil von Radischen oder einfach Kräuter aus dem Tiefkühlregal. Bei uns sind ja meist die Wiesenkräuter noch nicht am Sprießen.

Während das Okayu (der Reisbrei) vor sich hinköchelt (für ca. 40 Minuten), Rübe und Rettich in dünne Scheiben schneiden (grad so, dass man nicht durchsehen kann) und dann vierteln. In einen Topf mit Salz geben und kurz aufkochen lassen, ca. 2-3 Minuten dünsten, damit sie etwas weicher werden. Das Wasser aufbehalten und dort die Kräuter waschen und ebenfalls kurz aufkochen lassen. Zuerst die dickeren/größeren Kräuter reingeben, dann zum Schluss die kleineren/dünneren. Kurz zum Abkühlen in kaltes Wasser geben, abtropfen/leicht das Wasser herausdrücken, dann in mundgerechte Stücke schneiden.

Wenn der Reisbrei fertig ist, eine Prise Salz dazugeben und umrühren, dann die geschnittenen Kräuter sowie Rettich/Rübe dazugeben und nochmals kurz vermischen. Sofort essen – dann schmeckt er am besten 🙂

Mahlzeit oder auf Japanisch: itadakimas – いただきます

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